Marius


Sein eigenes Ding zu machen ist nicht so einfach, wie man denkt. Es reicht am Ende dann doch nicht coole Klamotten anzuziehen und eine Sonnenbrille.

Es braucht Zeit. Zeit nachzudenken, zu probieren. Hinschauen und hinhören.

Ein Hackbrett rockt! Cello und Geigen machen eine Gänsehaut. Anfangs mussten es Elektrogitarren sein und ein heavy Schlagzeug. Aber als Marius die Zither seiner Grossmutter geschenkt bekam, diese lange einfach an der Wand an einem Nagel hing, um sie dann irgendwann herunterzunehmen und zu spielen, merkte er wie cool das tönte.

Es entstanden Songs mit weiteren volkstümlichen Instrumenten. Die elektrische Gitarre tauschte er gegen eine akustische. Es war eine erstaunliche Entdeckung. Der Sound war fett, hatte Groove und war plötzlich seine Musik, sein eigener, persönlicher Klang.

Und worüber sollte er singen? Er hörte bei seinen Grossmüttern genau hin. So schlecht konnten die Themen ja nicht sein, wenn sie ihm schon die Zither geschenkt hatten. Marius entdeckte, dass es die selben Dinge waren, die uns auch noch heute, mehr denn je, beschäftigen: Liebe, Heimat, Herkunft. Wo sind wir zu Hause? Was bewegt unser Herz?

Auf seinem Debütalbum entwirft Marius Tschirky Antworten in vierzehn Songs: in Mundart, hochdeutsch und englisch. Darunter drei Lieder über seine Grossmütter, und es sind Lieder über ihn selbst, den Zustand der Welt, die Liebe und das Leben, damals und heute.

Es wäre einfach zu sagen, es sei der Hype um die Volksmusik. Es wäre einfach zu sagen, es ginge um die ureigenen Bedürfnisse eines Musikers, der schon viele Stationen hinter sich - und noch vor sich hat. Es geht um die Kombination zwischen Eigensinn und der Frage nach dem Ursprung. Und es ist die Frage nach dem Platz, den man selber einnimmt, einnehmen will und kann.

Bei den Aufnahmen zu seinem Debutalbum haben viele Leute mitgeholfen: Jodler um Daniel Wallimann aus Alpnach (OW), Töbi Tobler (Appenzeller Space Shöttl) am Hackbrett, Peter Haas (Polo Hofer, Sina, Krokus, LSD-3), MusikerInnen der Formation „Rämschfädrä". Auch Tim Krohn, Autor von «Quatemberkinder» und «Vrenelis Gärtli», steuerte luzide Texte bei. Marius Tschirky

Marius ist ein alter Bekannter in der Musikszene. Er spielte in Formationen wie Monoblond und Swedish.Und wer Kinder hat, kennt ihn sehr wahrscheinlich schon als „Marius & die Jagdkapelle".

Diskographie

Swedish: Demo for Holgersons (1998) Swedish: Evergreens (2002) Swedish: Seelensurfen (2004) Marius & Jagdkapelle: Verschreckjäger (2005) Marius & Jagdkapelle: Rehbockrock (2008)